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- 23.12.2009: Die Jagd nach Eleganz
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Archiv der Kategorie Savoir Vivre
Die Jagd nach Eleganz
23.12.2009 by Reitzenstein.
Freunden des gepflegten Landlebens ist schon seit langem klar, dass es ebenso unpassend sein kann, im Maßanzug einen Waldspaziergang zu machen, wie in Jeans und Polohemd auf der Veranda Geschäftsfreunde zur Besprechung zu empfangen. Daher hat sich hier eine Mode durchgesetzt, die nicht nur elegant, sondern gleichzeitig leger ist. Diesen ländlichen Stil konnte man schon im letzten Jahr sehr vereinzelt auf der Expo-Real sehen. Ein wenig mag er an Tracht erinnern, ein wenig an Jagd – doch in einigen Soziotopen ist er längst Trend. Kariertes Hemd, gern auch mit Manschettenknöpfen, Cordhose und Janker oder Lodenjacke ist hier kein Hingucker.
Oft jedoch fehlte es für die Begleiterin an tragbaren Gegenstücken, wollte sie kein Dirndl anziehen. Hier hat das Label T.E.D. eine Nische besetzt. T.E.D. Couture ist der jüngste Spross des Gutes Grambow bei Schwerin in Mecklenburg. Das große Anwesen mit Land- und Forstwirtschaft bietet mehr als Kühe, Pferde, Felder und Wälder. In seinen Ferienapartments finden gestresste Großstädter aus dem nahen Hamburg oder Berlin Ruhe. Viele Feriengäste verlieben sich dabei in den „Grambow-Saloon“. Der Geheimtipp unter den Veranstaltungslocations ist aufgrund der nahen Wege zu den Metropolen ebenso gern gebucht, wie aufgrund der zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort – vom Sternehotel bis zur Schlosssuite.
Vor allem aber befindet sich auf Gut Grambow Deutschlands bekannteste Jagdschule. Ob Hochadel oder Topmanager, ob Jugendliche oder Berufsjäger – die trotz sehr hoher gesetzlicher Anforderungen bemerkenswert niedrige Durchfallerquote hat Grambow große Erfolge beschert. Zudem sei das Alumni-Netzwerk der ehemaligen Schüler oft effektiver als viele Online-Business-Netzwerke, sagt Martin Lösch, Herr auf Grambow. Doch gerade die Verschiedenartigkeit der Mitglieder dieses Netzwerks und ihrem unterschiedlichem Anspruch an Kleidung hat einen Kreativprozess in Gang gesetzt. Die Berufsjäger, die durch Dornenbüsche laufen, benötigen robuste Kleidung. Die Jagdschüler und –schülerinnen – bis 30% der Absolventen sind weiblich – brauchen warme und funktionale Kleidung für die ersten Schritte in der Natur. Die Feriengäste, die auch einmal Geschäftsbesuch empfangen, möchten elegant und dennoch ländlich gekleidet sein. Dem begegnete der Martin Lösch mit der Gründung des Modelabels T.E.D. Couture. Designer Miro Craemer erklärt den Erfolg so: „Designer arbeiteten Hand in Hand mit Berufsjägern – eine wohl einmalige Kooperation in der Textilwelt. Denn das E
Aber auch die funktionellen Modelle für die Jagd und den harten Einsatz in der Natur, wie Shooting Jackets aus schottischem Estate-Tweed, Steppjacken oder die Loden-Serie „Viktoria“ für Damen verarbeiten einerseits feinste Stoffe und sorgen für Eleganz. Andererseits sorgen funktionelle Futter- und Isoliermaterialien dafür, sich sehr lautlos durch die Natur bewegen zu können. Doch Qualität hat ihren Preis. Das mag nicht nur in den vergleichsweise hochpreisigen Materialien begründet liegen, sondern auch in der Tatsache, dass alle Stücke in Deutschland produziert werden. „Gerade in besonders hochwertigen Geschäften, wie bei Frau von Schöning auf Sylt, Ladage&Oelkein Hamburg oder Springers Erben in Wien schätzen unsere Kunden unsere Produktionsphilosopie“, erklärt Lösch. Das erfolgreichste Modell des Labels ist die Herren-Tweed-Jacke. Miro Craemer: „Teflon-Beschichtung, schottischer Estate Tweed und unzählige Funktionen machen die Jacke sowohl zum Anzug tragbar, als auch bei der Jagd oder dem Waldspaziergang.“
Alles in allem wirkt die Mode von T.E.D. sowohl lässig, als auch hochwertig. Vielleicht die richtige Mischung in der derzeitigen Situation am Immobilienmarkt. Darum wird auf dem Deutschen Immobilienball die Kollektion im Rahmen einer Modenschau vorgestellt und das Team von T.E.D. und der Jagdschule Gut Grambow steht für Fragen bereit.
Erschienen im Immobilien Manager Magazin
Julien Reitzenstein Wilhelm von Reitzenstein
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Literaturnobelpreis 1953
18.10.2009 by Reitzenstein.
„Die breiten Massen hatten von den einfachsten wirtschaftlichen Tatsachen keine Ahnung, und die Parteiführer wagten mit Rücksicht auf ihre Wähler nicht, sie darüber aufzuklären. Die Presse besprach und unterstrich nach altem Brauch die vorherrschenden Ansichten. (…) Niemand in führender Stellung besaß den Geist, die Überlegenheit oder die Unabhängigkeit von der öffentlichen Verblendung, um den wahlberechtigten Mitbürgern diese grundlegenden, brutalen Tatsachen auseinanderzusetzen; auch wäre keinem der dies getan hätte, geglaubt worden.“
So urteilte Sir Winston Churchill, einer der erfolgreichsten Führer der ältesten Demokratie der Welt, in seinen Memoiren, für die er 1953 den Literaturnobelpreis erhielt. Es sollte die Frage diskutiert werden, was die politischen Systeme einige Kriege und Weltwirtschaftskrisen später bis heute eigentlich dazugelernt haben.
Julien Reitzenstein Wilhelm von Reitzenstein
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Was denkt eigentlich Professor Dr. Norbert Walter über Immobilienmanager?
17.9.2009 by Reitzenstein.
Prof. Norbert Walter (geb. 1944) ist seit 1990 Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe.
Als Chefvolkswirt liebt Norbert Walter die Debatte, und viele sehen ihn in den abendlichen Nachrichten - wie er selber sagt - wie eine Tasse Espresso: klein, schwarz und stark.
Immobilienmanager: Herr Professor Walter, welches Image und welche Stärken und Schwächen sehen Sie bei Immobilienmanagern?
Prof. Walter: Über 80% des gesamten deutschen Nettoanlagevermögens entfällt auf Bauten. Das entspricht der unglaublichen Summe von 6,6 Bill. Euro. Es ist immer wieder faszinierend, dass eine solch gewaltige Anlageklasse in der Politik, in den Medien und wohl auch in der Wissenschaft vergleichsweise wenig Beachtung findet. Die Immobilienwirtschaft tut sich also offenbar schwer, ihre Bedeutung angemessen zu kommunizieren. Natürlich hat dies auch damit zu tun, dass die Branche vergleichsweise intransparent ist. Geringe Transparenz kann für Marktteilnehmer Vorteile bringen, denn sie erlaubt mitunter Extrarenditen. Allerdings bedeutet mangelnde Transparenz auch immer, dass schwarze Schafe zu spät entdeckt werden. Wenn sie aber gefunden werden, belastet dies gleich das Image einer ganzen Branche. Der Weg zu mehr Transparenz, der in den letzten Jahren erfolgreich beschritten wurde, muss also unbedingt fortgesetzt werden, denn wir sind noch nicht am Ziel.
Immobilienmanager: Was können Immobilienmanager tun, um ihr Image weiter zu verbessern?
Prof. Walter: Natürlich geht es auch hierbei um Transparenz. Bei Bankgeschäften geht es um Vertrauen. Dies muss man sich verdienen. Bei einer jungen Geschäftsbeziehung gelingt dies am besten durch umfassendes Informieren und durch einen professionellen Auftritt. Es muss einen gut dokumentierten Geschäftsplan geben. Echte Immobilienprofis sind meistens besser im Auffinden der Rosinen auf den Immobilienmärkten als ein Bankangestellter. Das hat auch etwas mit Gespür zu tun. Um seine Bank zu überzeugen, bedarf es nicht nur der Begeisterung für ein Projekt, sondern eben auch möglichst vieler harter Indikatoren und Fakten.
Immobilienmanager: Wie sieht Ihre Traumimmobilie aus?
Prof. Walter: Unserem Alter gemäß, möglichst auf einer Etage, mit kleinen überschaubarem Rosen- und Kräutergarten – Lage Rhein Main ist nicht schlecht wegen Logistik und Klima.
Immobilienmanager: Wie wohnen Sie derzeit?
Prof. Walter: In einer Doppelhaushälfte – Alles stimmt bis auf die vielen Treppen!
Immobilienmanager: Welches Investitionsverhalten empfehlen Sie derzeit Immobilienmanagern - für ihr Unternehmen und ihr privates Portfolio?
Prof. Walter: Es besteht sicherlich kein Grund zur Hetze. Zwar gibt es vermehrt positive Konjunkturhinweise. Doch die Entwicklung ist weiterhin labil, und die Probleme auf den Arbeitsmärkten sind natürlich alles andere als ausgestanden. Das wird noch mindestens bis 2010 die Nachfrage nach Büroimmobilien dämpfen. Und seien wir ehrlich, viele Marktteilnehmer haben derzeit auch keine Möglichkeit zur Hetze. Ein Sinken der Mietrenditen ist also erst einmal nicht in Sicht. Die Entwicklung auf den Wohnungsmärkten ist insgesamt günstiger, weil die Zahl der Fertigstellungen auf historischem Tiefpunkt ist und weil es keine Übertreibungen auf den Wohnungsmärkten gab wie in anderen Ländern. Natürlich engt die Rezession auch den Preissetzungsspielraum bei Wohnimmobilien ein, heftige Korrekturen sind jedoch für die allermeisten Märkte nicht zu befürchten. Gerade private Kaufinteressenten können zudem von den derzeit sehr niedrigen Finanzierungszinsen profitieren. Allerdings gilt auch hier: Es gibt keinen Anlass, die gründliche Prüfung der Immobilie und der eigenen finanziellen Spielräume und Risiken zu vernachlässigen, um ein paar Tage oder Wochen früher zu kaufen.
Immobilienmanager: Wie optimistisch sollte die deutsche Wirtschaft in die Zukunft blicken?
Prof. Walter: Die Saison der Abwärts-Revision der Prognosen vorüber, die Bodenbildung hat eingesetzt. Aber auch nach den Stabilisierungen bei Geschäftsklima, Aufträgen und Produktion sollten wir die Höhe des Absturzes, den wir hinter uns haben, nicht aus dem Blick verlieren. Die Auftragseingänge lagen im April/Mai um ein Drittel unter Vorjahr und die Produktion war fast ein Viertel niedriger.
Immobilienmanager: Herr Professor Walter, vielen Dank für das Gespräch.
Veröffentlicht im Immobilienmanager Magazin
Julien Reitzenstein Wilhelm von Reitzenstein
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Büffeln für die Jagd
17.9.2009 by Reitzenstein.
Es gibt Manager, die schwärmen von Ökologie, von Umwelt- und Naturschutz. Gewiss ist es gut, oft über diese Dinge zu reden. Wenn dies jedoch nur geschieht, um „Green-Buildings“ oder Öko-Fonds besser zu verkaufen, geht es Tieren und Pflanzen auch nicht besser.
Andere hingegen haben sich still dem Umwelt- und Naturschutz verschrieben. Sie tauschen am Freitagnachmittag den Maßanzug und Bockskalblederschuhe gegen Lodenkleidung und Gummistiefel. Statt Charts zu prüfen, prüfen sie die Standfestigkeit von Hochsitzen, statt Schadenanalysen an Immobilien beurteilen sie den Verbiss an Gehölzen oder die Schäden von Wildschweinen in Maisfeldern. Sie zäunen Baumbestände ein oder legen Impfköder gegen die Tollwut.
Und einige Male im Jahr blasen sie auch zur Jagd. Jäger und Immobilienmanager gehören vermutlich zu den am meisten missverstandenen Gruppen in Deutschland. Denn der öffentlichen Wahrnehmung entgeht oft, dass Immobilienmanager nicht nur Mieten erhöhen und Millionen ergaunern, sondern mit einem breiten Spektrum an Wissen zum Gleichgewicht der Volkswirtschaft beitragen. Und zum Tätigkeitsfeld des Jägers trägt die Nutzung von Flinte und Büchse auch nur einen Teil bei. Wissen um die Zusammenhänge der Natur ermöglicht es dem Jäger, zur Hege des Wildes ein Gleichgewicht der Natur in seinem Revier zu erhalten.
Dennoch gehört die Hege mit der Büchse auch zur Herstellung dieses Gleichgewichts. Immer mehr Jäger legen Wert darauf, dem Wild Streß zu ersparen. Daher veranstalten sie im Jahr nur eine oder zwei Gesellschaftsjagden. Solche Jagdveranstaltungen haben zumeist ein erheblich höheres gesellschaftliches Niveau, als Golfturniere oder andere Massenphänomene. Auf diesen Jagden findet man keine schießwütigen Rambos – vielmehr finden sich hier Eliten verschiedenster Branchen, um unbeschwert von Zwängen die gemeinschaftlichen Interessen zu pflegen und bei den Abendveranstaltungen über Jägerlatein und Business zu sprechen.
Doch die Eintrittskarte in diese Welt ist nicht käuflich. Sie muss von jedem gleichermaßen erarbeitet werden: Der Jagdschein. Und den erhält nur, wer eine Jägerprüfung bestanden hat. Die einen berichten davon, dass diese die größte intellektuelle Herausforderung ihres Lebens gewesen sei. Andere schrieben lieber eine weitere Dissertation oder wären Bernard Madoff, als noch einmal eine solche Prüfung abzulegen.
In der Tat ist für ein Bestehen der Prüfung ein profundes Wissen über Naturschutz, Wildbiologie, Waffenrecht, Zoologie und vieles mehr erforderlich. Da moderne Manager oft gar nicht die Zeit haben, jede Woche ein paar Tage zu lernen und zum Kurs zu gehen, sind die Durchfallquoten oft hoch. Das führt dazu, dass gerade unter den Leistungsträgern oft gar keine Möglichkeit besteht, zum Jagdschein zu gelangen.
Doch gerade diese Leistungsträger pilgern seit 1998 nach Grambow bei Schwerin. Das Gut Grambow wird von Jutta und Martin Lösch bewirtschaftet. Neben Vieh- und Forstwirtschaft, sowie einer Reitschule hat Gut Grambow noch zwei weitere Highlights: Jutta Lösch und Rixa Herzogin von Oldenburg entwerfen und vertreiben von hier besonders pfiffige Jagdmode. Und Martin Lösch betreibt hier mit Dr. Helmut Herbold eine der erfolgreichsten Jagdschulen in Deutschland. Hier kann man schon nach zwei Wochen Unterricht die Jägerprüfung ablegen.
„Unsere Besteherquote liegt bei 98%“, erklärt Dr. Herbold, der Schulungsleiter. „Das konnte ich zunächst kaum glauben“, berichtet Thomas Scheuse. Der Düsseldorfer berät mit seinem Unternehmen kommunale Unternehmen in Energiefragen, oft auch Wohnungsunternehmen. „Darum habe ich mir bei der für die Prüfungen zuständigen Unteren Jagdbehörde erst einmal den Prüfungsaufbau erklären lassen. Nachdem ich wusste, dass bei der staatlichen Prüfung bis zu zwanzig Prüfer und Beisitzer in fünf Fächern eingesetzt wurde, war mir klar, dass die Besteherquote kaum mit laschen Prüfungsbedingungen zusammenhängen kann.“ Dem pflichtet Dr.
Die Klassen sind klein: Die Lehrer Dr. Helmut Herbold, Felix von Loe, Hubert Saunus und Uwe Büttner unterrichten in diesem Fall neben Dr.
Immobilienmanager auf der Jagd
Ein Interview mit Prof. Dr. Hanspeter Gondring von der Akademie der Immobilienwirtschaft in Stuttgart:
Immobilienmanager: Herr Professor Gondring, wie sind Sie als Immobilienprofessor zur Jagd gekommen?
Prof. Gondring: Meine Familie kommt aus dem forstwirtschaftlichen Bereich, da war das Interesse für Natur und Jagd von klein auf da.
Immobilienmanager: Was fasziniert Sie an der Jagd?
Prof. Gondring: In meinem Beruf bin ich den ganzen Tag von Menschen umgeben, von e-mails, Faxgeräten, Telefonen, Blackberries – wenn ich im Wald bin, habe ich sofort eine „kleine Auszeit“. Oft treffen Menschen Fehlentscheidungen, weil die Zeit fehlt, Dinge zu durchdenken. Wenn ich auf einem Hochsitz sitze, in die Natur schaue und warte, habe ich diese Zeit.
Immobilienmanager: Als Wirtschaftswissenschaftler können Sie gewiss die ökonomischen Aspekte der Jagd erklären?
Prof. Gondring (lacht): Zuerst ist da einmal die Gesundheitsökonomie. Die eigentliche Jagd macht nur etwa 5% meiner Tätigkeit im Revier aus. Hochsitze müssen gebaut und unterhalten werden, Wege müssen angelegt werden, in Futternotzeiten muss das Wild gefüttert werden, Hütten und Zäune müssen repariert werden – das ist viel körperliche Arbeit an der frischen Luft – das bietet mir kein Fitnessstudio und auch kein Golfplatz.
Zudem ist ein Jagdrevier eine teure Angelegenheit. Daher ist es auch wichtig Beute zu machen, um den Wildverkauf kostenmindernd einzusetzen.
Immobilienmanager: Welche Immobilienmanager sollten einen Jagdschein machen?
Prof. Gondring: Diejenigen, die die Liebe zu Natur und Wild spüren. Wenn ich mit einem Geschäftsfreund abends auf dem Ansitz sitze, übernachte in einer Jagdhütte und ziehe im Morgennebel auf die Pirsch, ist das eine sehr intime Form von Kontaktpflege. Auf einem Kongress drei Minuten plaudern und Visitenkartentauschen ist damit nicht vergleichbar. Die Netzwerke unter Jägern sind sehr belastbar und fruchtbringend.
Immobilienmanager: Herr Professor Gondring, wir bedanken uns für das Gespräch.
Erschienen im Immobilienmanager Magazin
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Kommentar
16.9.2009 by Spectator Mundi.
I.
Luftfahrminister Hermann Göring verkündete bei Ausbruch des Krieges, dass er Meyer heißen wolle, wenn es jemals einem deutschen Flugzeug gelänge, in den Luftraum über Deutschland einzudringen. Doch schon kurz darauf meldete ihm der Chef der Jagdflieger, Galland, dass bei Aachen britische Jagdflugzeuge abgeschossen worden seien. Nach vielen Begründungsversuchen Görings, warum dies nicht den Tatsachen entsprechen könne, bot Galland ihm an, die Flugzeuge mit eigenen Augen auf dem Acker bei Aachen zu betrachten. Da entschied Göring: „Ich befehle Ihnen, dass bei Aachen keine britischen Jäger abgeschossen wurden.“
Wir sollten heute in Demut Dankbarkeit darüber empfinden, dass die Zeiten einer Diktatur vorbei sind, wo Einzelne befehlen konnten oder wollten, was zu denken sei. Es sollte Konsens darüber herrschen, dass wir in Deutschland einer weltweiten Minderheit angehören, die des Privilegs teilhaftig werden, frei und mit modernsten Mitteln unsere Meinung und unsere Gedanken ausdrücken zu können und zu dürfen. Das ist ein beredtes Zeugnis einer lebendigen Demokratie.
Allerdings sollten viele selbst ernannte Vorzeigedemokraten die Mahnung der Rozalia Luksenburg aus Zamość in Kongresspolen bedenken: „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.“ Diesen Gedanken fasste sie im Zusammenhang mit der Warnung vor Diktatur.
Es dauert mich, wenn politisch irrlichternde und wohlmöglich von der Wohlfahrt eines ihnen verhassen Staates lebende junge Menschen alkoholisiert auf Demonstrationen unausgegorene rechte Parolen gröhlen. Und ich hoffe, dass diese nie einen Einfluss auf die Politik in Deutschland erringen. Aber es ist fragwürdig, wenn linke Gruppen ohne eigenes Gegenkonzept - außer “wir sind dagegen” - Gegendemonstrationen veranstalten oder gar die Demonstrationen der anderen verbieten wollen.
Und hierbei geht es nicht nur um Kosten für Polizeieinsätze und die Sorge um die Gesundheit der Beamten.
Artikel 2 des Grundgesetzes garantiert: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“
Artikel 3 garantiert: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“
Artikel 4 garantiert: „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“
Artikel 5 garantiert: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten.“
Artikel 8 garantiert: „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“
Um dies klar zu stellen: Ich freue mich für jede rechte Demonstration, die NICHT stattfindet.
Aber aus einer Haltung heraus, die als „irgendwie politisch korrekt“ charakterisiert werden mag, anderen die vorgenannten Grundrechte absprechen zu wollen, ist gefährlich und demokratiefeindlich. Unabhängig davon, wie sehr man seine Gegner oder vermeintlichen Feinde verachten mag, wohlmöglich hassen mag, egal wie verbrecherisch deren verherrlichende Gedanken über die Verderber Deutschlands von 1933-1945 sein mögen – so lange niemand gegen ein Gesetz verstößt, hat er ein Recht auf die Wahrung der Grundrechte.
Wenn aber einer dieser Irrlichternden gegen ein Gesetz verstößt, Volksverhetzung auf seinem Panier trägt oder gar verfassungsfeindliche Aktivitäten beginnt, muss ein starker Staat seine Rechte wahren und diese Menschen deutlich in die Schranken weisen.
II.
Es muss möglich sein, in Deutschland eine Debatte über Integration zu führen, die sachlich ist und sich an wissenschaftlichen Ergebnissen orientiert.
Aus ideologischen Gründen zu befehlen: „Es gibt keine Probleme bei der Integration und wenn doch, hat sich die die deutsche Gesellschaft selbst zuzuschreiben“, wäre eine sehr einseitige und wenig zielführende Haltung.
Es musst klar sein, ob die Deutschen Einwanderung eindämmen wollen und damit immer weniger werden. Damit müssten auch die ökonomischen Faktoren einer solchen Haltung endlich einmal berechnet werden: Weniger Konsum, weniger Steueraufkommen, mehr Überalterung, sinkende Immobilienpreise mangels Nachfrage – kurzum, die Korrelation einer sinkenden Bevölkerung, sinkenden Volksvermögens und sinkenden Wachstums.
Oder aber es muss – was ich begrüßenswert finde – klar definiert werden, dass wir Einwanderer brauchen und ähnlich wie die großen und freiheitlichen Einwanderungsnationen wie Kanada, USA, Australien, Neuseeland klare Kriterien entwickeln, wer in Deutschland gebraucht wird und diese Menschen mit vollem Einsatz davon zu überzeugen, nach Deutschland zu kommen und hier ihr Streben nach Glück mit einer Förderung des Gemeinwohls zu verbinden. Hier gilt es auch, Impulse für die Hochschulpolitik zu geben.
Aber jemanden, der in einer solchen Debatte seine Meinung sagt – unabhängig wie geschickt oder ungeschickt er diese vorträgt – oder gar jemanden, der objektiv erhobene wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert, in eine rechte Ecke zu stellen, verhindert das, was Demokratie ausmacht: Dass Meinungen ausgetauscht werden und gerungen wird um die beste Lösung.
Jemanden, der seine Meinung sagt oder Erkenntnisse schildert, mit Verbrechen in Zusammenhang bringt, die vor 64 Jahren glücklicherweise ihr Ende fanden, ist wenig zielführend. Vor allem nicht, wenn das ausschließlich dazu dient, die eigene Meinung zur herrschenden Doktrin zu machen.
Kurzum – unabhängig davon, was Einzelne oder auch Gruppen von der Person Thilo Sarrazin oder seinen Äußerungen halten: Es geht nicht an, dass eine Demokratie eine drängende Frage nicht ergebnisoffen diskutieren kann, weil jeder Angst hat, dass eine bestimmte Gruppe von Meinungsmachern dann mit Unrat wirft in der Hoffnung, durch braune Anhaftung die Träger missliebiger Gedanken zu diskreditieren.
Lasst mehr Demokratie zu!
III.
Bei all diesen Debatten darf jedoch ein Thema nie in den Hintergrund rücken, dass in der politischen Debatte schon seit geraumer Zeit nicht mehr vorkommt: Asylbewerber.
Wo immer auf der Welt ein Mensch seines Glaubens oder seiner Meinung wegen verfolgt wird, haben die Demokratien diesen Menschen Asyl zu gewähren. Es ist eine Zierde eines jeden demokratischen Rechtsstaates – und hier sollten diese Staaten gemeinsam handeln – jenen Hoffnung zu geben, die nur zwei gleichermaßen unangenehme Alternativen gegenwärtigen: Anpassung der Gedanken an jene ihrer Unterdrücker oder Verlust ihrer Welt. Bei allen Klagen über die Kosten von Asyl sollte nicht übersehen werden, dass wenn ein Asylbewerber nach Deutschland kommt, Deutschland hierbei vielleicht Geld verliert. Aber der Asylbewerber verliert seine Heimat, seine Bindungen und seine vertraute Welt.
Gerade ein Staat, der seinen Arbeitslosen die Verweigerung von Arbeitsaufnahme in einer 50km entfernten Stadt zugesteht, weil der Arbeitslose nicht in die Fremde ziehen will und fern von seinen Freunden sein, sollte diese Überlegung nicht einfach übergehen.
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Obama in Berlin - Wirklichkeit und Vision
25.7.2008 by Reitzenstein.
In den hiesigen Redaktionsstuben wird gerätselt: Warum kommen in Berlin mehr Menschen zu einer knapp halbstündigen Rede von Barack Obama, als bei all seinen, oft mit riesigem finanziellen Aufwand durchgeführten Veranstaltungen in den USA. Zumal die Deutschen den amerikanischen Präsidenten überhaupt nicht wählen.
Als deutscher Journalist wird man oft angesprochen, ob die Europäer denn gar nicht die Gefahren sähen, die von Obamas derzeitigen Ansichten zum Freihandel für die Bürger der EUR drohen. Unlängst fragte mich ein Beamter einer Bundesbehörde, ob wir nicht diesen Obama zum Bundeskanzler machen und ihnen dafür Helmut Kohl überlassen können.
Nun gibt es immer noch viele Deutsche, die Helmut Kohl in die Wüste schicken möchten und sei es die Wüste von Nevada oder New Mexico. Andererseits gibt es in diesen Wüsten keine blühenden Landschaften, sondern nur wüste Aussichten. Während in Mitteldeutschland auch wüste Aussichten bestehen aber die Infrastruktur verglichen mit einigen Regionen in Westdeutschland durchaus blühend ausschaut.
Was würde Obama also in Berlin tun? Ein Versuch:
Berlin, den 20. Januar 2009. 6h früh. Barack Obama wacht im kleinen Apartment im achten Stock des Bundeskanzleramtes auf. Blauer Himmel über Berlin. Sein persönlicher Referent klopft: „Herr Bundeskanzler, pardon Mr. Chancellor, may I present you the schedule for today?“ Obama sieht auf die Papiere, auf den Referenten und dann aus dem Fenster. Und er denkt bei sich: “Here we go.” Vor dem Seiteneingang warten Polizeibeamte im Jogging-Outfit. Die alte Schutztruppe von jogging Joschka wurde wieder in den Einsatz gerufen. Dann geht es durch den Tiergarten. Den liebt Obama, seit er hier am 24. Juli 2008 seine Rede gehalten hat und feststellte, dass die Deutschen ihn noch mehr mögen als die Amerikaner. Und dass er einen Politikstil hat, den in Deutschland nur er hat. Gewiss war es für die Deutsche Politik nicht einfach nach dem Raketenangriff auf den Luftwaffenairbus mit fast dem gesamten Bundeskabinett auf den Weg nach Brüssel. Und die dann anstehenden Neuwahlen waren auch noch zeitgleich mit den US-Wahlen. Während in den USA John McCain mit einer Mehrheit von nur 23 Stimmen Präsident wurde – die Wahlautomaten hatten wieder seltsame Ausfälle und die Auszählungen von Hand und und und – genau wie in Florida im Jahre 2000.
Und als dann der SPD-Kanzlerkandidat Kurt Beck nur 18% der Stimmen bekam, der CDU-Spitzenkandidat Volker Kauder auch nur 21%, Guido Westerwelle zwar mit 23% mit der Regierunsbildung beauftragt wurde, aber die Grünen mit 17% und die Linke mit 20% Obstruktion übte, war eben nur ein überparteilicher Kanditat durchsetzbar. So wählten CDU, FDP und Grüne Barack Obama zum Bundespräsidenten. Die taz nölte zwar, weil Obama der Einbürgerungstest erspart wurde und er per Verwaltungsakt zum Deutschen gemacht wurde. Aber nun war er Kanzler. Und sein Amtsantritt lag ausgerechnet am 20. Januar, dem Datum, dass der XX. Verfassungszusatz in den USA für den Amtsantritt des Präsidenten festsetzt.
Schon nach wenigen Metern im Tiergarten wunderte sich Bundeskanzler Obama. Auf den Parkbänken schliefen Menschen. Und weit und breit kein Polizist, der sie wegen Loitering – Rumlungern einsperrt…! Die Begleitbeamten berichteten davon, dass im Tiergarten nachts auch viele Schwule sich treffen und austauschen und das die Prostitution hier floriert. „But his is just a few meters from the chancellery! We have to change that.“ “Das ist nicht möglich, Herr Bundeskanzler.” “Yes we can!” rief Bundeskanzler Obama und schmunzelte. Dann umrundete er die Siegessäule. „I remember the history of this column. The german wars against
Doch Obama ist es Ernst. Er will die Siegessäule wieder zwischen dem Reichstag und seinem Arbeitszimmer haben.
Zurück im Kanzleramt duscht der Kanzler, zieht sich um und hat dann ein Telefonat mit Helmut Kohl in Washington. Der Altkanzler ist Sonderbotschafter im Stab des Präsidenten, zuständig für den Neuaufbau guter Beziehungen zu Europa. Wer könnte das besser, als der einzige Ehrenbürger Europas, den der ganze Kontinent sehr schätzt und achtet – mit Ausnahme der Deutschen. Botschafter Kohl betreut also von Amts wegen Kanzler Obama – nicht ohne mit persönlichen Ratschlägen zu sparen. Besonders für den Auftritt vor dem Bundestag um 9h.
Als Bundeskanzler Obama um 8:30h vor dem Kanzleramt vor die Presse tritt (…)
…to be continued…
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Von Ösis und Piefkes - Glosse
26.5.2008 by Reitzenstein.
Unlängst hat der Chef des Kulturressorts der Wochenzeitung Der Spiegel, Matthias Mattussek, ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Wir Deutschen“. Es gibt einen tiefen Eindruck in die deutsche Seele. Gewiss sind Studien über Konsumverhalten wichtig, um einen Markt zu verstehen. Aber ebenso wichtig ist es die Mentalität der Marktteilnehmer und insbesondere der Handelnden zu verstehen. Auch ist es für einen Immobilienmanager wichtig zu wissen, welche Erwartungshaltungen gegenüber seiner Person bestehen und seinen Habitus im Bourdieuschen Sinne. Was aber ist der Habitus eines österreichischen Immobilienmanagers? Und wie sieht dieser Habitus aus der Perspektive eines deutschen Immobilienmanagers aus?
Kenner des arabischen Marktes weisen darauf hin, dass zuerst das „making-friends“ steht. Einladungen zum Essen, Gespräche über die Familie und das Kosten von selbstgezogenen Datteln sind in dieser Region oft Voraussetzung, um über große Geschäfte zu sprechen. Socialising, um den Partner einschätzen zu können, ist ein nützliches Verhalten. Andererseits werden die Geschäftskonditionen dadurch nicht wesentlich verändert. Auch nicht dadurch, dass sich Immobilienmanager rasch beim Vornamen nennen, wie im angelsächsischen Raum. Privates und Geschäftliches miteinander zu vermischen, gilt in Deutschland vielen oft als unfein. Diese Unterscheidungskriterien haben auch ein europäisches Nord-Süd-Gefälle. An dieser Stelle sei an die große Korruptionsdiskussion bei der Europäischen Kommission in Brüssel unter Jacques Santer 1999 erinnert. Der portugiesische EU-Kommissar hatte seinen Schwager in seinem Kabinett beschäftigt. Da stellt sich sogar im Wortsinne die Frage nach Vetternwirtschaft. Doch dieser Schwager hat für den deutlich schlechter bezahlten Job sein Ministeramt im gleichen Ressort in Portugal aufgegeben. Also war er fachlich qualifiziert und hatte auch keinen finanziellen Vorteil, argumentierten Vertreter der Südländer. Man beschäftigt keine Verwandten, hielten dem die Nordländer entgegen. An diesem Beispiel lässt sich ermessen, dass es in verschiedenen Regionen Europas verschiedene Ansichten gibt, wie gut es für das große Ganze ist, privates und geschäftliches zu vermischen. Und Österreicher sehen sich in dieser Diskussion oft mit dem Klischee konfrontiert, dass sie gern leben und leben lassen.
Deutschen Immobilienmanager eilt im Ausland oft der Ruf der Effizienz, Präzision und Sachorientiertheit voraus, ebenso wie das Klischee, dass sie immer ohne warm-up zur Sache kommen. Zudem seien sie aber völlig humorlos und interessierten sich nie für ihr Gegenüber, sondern nur für dessen Zahlen. In der deutschen Wahrnehmung sind österreichische Immobilienmanager völlig anders. Gewiss können solche Einschätzungen nicht pars pro toto gelten. Aber viele deutsche Immobilienmanager berichten, dass die Sorgfalt, mit der österreichische Kollegen sich ihrer Kleidung und ihrem Äußeren widmen, auffällig sei. Auch deren häufige Kulturbeflissenheit fiele als Unterschied auf.
In der Sache werden österreichische Immobilienmanager von den deutschen Kollegen oft nicht ganz ernst genommen. Ursache hierfür ist eine Liebenswürdigkeit und Höflichkeit, die gelegentlich aufgesetzt wirkt, aber oftmals so in der Sozialisation von high-potentials in Österreich verankert ist, dass es ihnen selbst schon gar nicht mehr auffällt. Daraus entsteht oft das kulturelle Missverständnis, dass jemandem, der um Zustimmung wirbt, sich für einen faux-pas umfänglich entschuldigt und raue Sitten vermeidet, damit ein Zeichen von Schwäche zeige. Zweifelsohne ist die Abwesenheit von Dominanzgebaren noch keine Schwäche. Dass dieser „österreichische Weg“ des leben und leben lassen in Ost- und Südosteuropa sehr viel erfolgreicher ist, als der angelsächsische oder deutsche Verhandlungsstil, wird in Deutschland deshalb oft mit Erstaunen vernommen, da die Immobilienmanager beider Länder interkulturelle Kommunikation als Vorraussetzung dieses Verstehens nicht oben auf der Agenda haben. Vielleicht ist das ein guter Ansatz, beim nächsten deutsch-österreichischen Business-Meeting herauszufinden, warum die Österreicher in so vielen Märkten erfolgreich sind, aber eben nur in bestimmten wahrnehmbar vertreten sind.
Julien Reitzenstein
Veröffentlicht im Immobilienmagazin, Wien: www.text-kontor.de
Julien von Reitzenstein Julien Jordan von Reitzenstein Julien v. Reitzenstein Julien Jordan v. Reitzenstein
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Über die Menschen in Amerika! Teil 1
26.5.2008 by Reitzenstein.
Lieber Leser!
“Über die Demokratie in Amerika” von Alexis de Toqueville ist ein Klassiker. Das Buch ist Schlüssel zum Verständnis der USA und ihren Bewohnern. Nur ist es beinahe 150 Jahre als und aktueller denn je. Was Toqueville an Entwicklung nur vorausgeahnt hat, ist nun Wirklichkeit. Auf einer Recherchereise über die Folgen der Subprimekrise im Süden der USA bin ich immer wieder auf Phänomene gestoßen, die schon der große Franzose beschrieb.
Darum finden Sie hier in Fortsetzungen meine Reisebeschreibung über den Süden der USA, die Rednecks, meine Zeit am Gründungsort des KuKluxKlan Stone Mountain, die Lage an der Küste und den ganz normalen Wahnsinn bei den liebenswerten Bürgern einer Supermacht.
Mit herzlichen Grüßen aus Savannah, Georgia,
Ihr Julien Reitzenstein
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Ein Nachmittag auf Goebbels’ Terrasse - Vor 63 Jahren verließ der Reichpropagandaminister seinen Landsitz am Bogensee.
24.5.2008 by Reitzenstein.
Friedliche Ruhe. Friedlich ist das Wort, das all das hier besser als jedes andere beschreibt. Hier, dass ist der Bogensee. Durch die grüne Ruhe märkischer Wälder führt ein asphaltierter Waldweg von der Hauptstraße immer tiefer in den Forst. Dann weitet sich der Weg und gibt den Blick auf ein großes Areal frei, auf dem auch ein Garagen- und Chauffeurshaus stehen. Hinter dem Schlagbaum geht es vorbei an einem verwahrlosten Sportfeld, bevor man vor dem Goebbelssche Landhaus angelangt. Aus der Entfernung mutet der flache Bau geradezu bescheiden an. Das Haus repräsentiert alles andere, als das, was man sich unter dem Landsitz einer Nazigröße vorstellt. Natürlich ist es groß, doch unter dem hohen Dachstuhl über dem Erdgeschoß duckt es sich geradezu in den sandigen Grund. Schlicht und dennoch imposant. Verschlossene Fensterläden und der verwilderte Vorgarten erinnern an das Märchen von Dornröschen. Doch in dem vollständig erhaltenen Gebäude ruht niemand mehr. Geht man um das Haus auf die Terrasse gelangt man zum Mittelteil des Gebäudes mit dem spektakulären Kaminzimmer. „Diele“ nannte es der Architekt im Grundriss. Eine bescheidene Untertreibung für den weitläufigen Prunkraum mit schwerer Kassettendecke und für die Zeit der Entstehung spektakulärer technischer Ausstattung. Die Fenster reichen bis zum Boden und lassen sich komplett versenken. Der Mechanismus funktioniert auch heute noch, sechzig Jahre nach seiner Fertigstellung. So konnte Hitlers Propagandaminister aus dem imposanten Raum direkt auf die Terrasse treten. Nur ein paar zu rasch gewachsene Birken verstellen heute den Blick zum Bogensee. Wer genau hinsieht, erkennt auf der anderen Seite des Gewässers ein einfaches Holzblockhaus, der erste, deutlich bescheidenere Landsitz von Josef Goebbels. Was Hitlers PR-Minister dort trieb, verhalf ihm und der Regierung zunächst jedoch alles als gute Publicity. Der Vater von sechs Kindern hatte nämlich neben seiner eigenen darstellerischen Begabung noch einen ganz anderen Hang zur Schauspielerei – und Schauspielerinnen, dem er möglichst ohne Publikum nachgehen wollte.
Als Joseph Goebbels 1926 Gauleiter von Groß-Berlin wurde, befand sich die dortige NSDAP in traurigem Zustand. Dem kleinen Grüppchen verblendeter Fanatiker, Perspektivloser und politischer Irrlichter fehlten sowohl Marschrichtung als auch ein entsprechendes Sprachrohr. Goebbels, ein großer Bewunderer modernster Werbestrategien wie etwa der von Coca-Cola, der es unter anderem mit einer einheitlichen Flaschenform gelang eine Marke zu schaffen, und später, beim Erlass der normierenden Reichsflaschenverordnung, dafür auch noch eine Ausnahmegenehmigung erhielt, griff zu einem einfachen wie probaten Mittel. Der junge Gauleiter organisierte publikumswirksame Provokation und Krawall, so dass der Bekanntheitsgrad der NSDAP schnell stieg und die Partei für ihre Zielgruppen immer attraktiver wurde. Die Straßenschlachten im KPD-dominierten Bezirk Wedding fanden genau so Eingang auf die Titelseiten der Parteipresse, wie die Hilfsaktionen für Bedürftige. Mit Zuckerbrot und Peitsche eroberte der promovierte Germanist Joseph Goebbels seinem Führer das „rote Berlin“. Doch als Reichspräsident von Hindenburg Hitler am 30.01.1933 zum Reichskanzler ernannte, ging Goebbels leer aus.
Erst einige Monate später wurde er zum Reichsminister für Propaganda und Volksaufklärung ernannt. Binnen kürzester Zeit unterstanden ihm die Standesorganisationen der Kulturschaffenden und bald auch die deutsche Filmindustrie. Goebbels nutzte diese Position konzentrierter Macht, um seine Vorstellungen von Filmkunst und Rollenbesetzungen durchzusetzen. Auf diese Weise gelang es ihm beispielsweise, alle von ihm als „jüdisch“ klassifizierten Künstler aus den Ufa-Studios in Babelsberg bei Berlin zu verbannen. Deutsche Schauspielerinnen wurden somit zu einer leichten Beute für den von seiner in die NS-Propagandamaschinerie eingebundene Vorbildehe gelangweilten Goebbels: Mit Rollenangeboten machte er junge Darstellerinnen gefügig und sich selbst schon bald zum Gesprächsthema als „Der Bock von Babelsberg“. Und der brauchte dringend einen Raum für seine Eskapaden. Seine Familienvilla auf der vornehmen Havelinsel Schwanenwerder war dafür mehr als ungeeignet. Schließlich zelebrierte Goebbels hier mit seiner großbürgerlichen Frau Magda und den zuletzt sechs Kindern die NS-Vorzeigefamilie. Was ihm fehlte, war ein diskretes Liebesnest.
Diesen Wunsch erfüllte ihm die Stadt Berlin 1936 anlässlich seines 39. Geburtstags. Nachdem der Freiherr von Redern 1919 der Stadt Berlin ein Grundstück bei Lanke nahe Bernau verkauft hatte, gab es von Seiten der Stadt hierfür keine Verwendung. Auf Hinweis von Goebbels Staatssekretär Karl Hanke kreierte der Berliner Oberbürgermeister Lippert einem außerplanmäßigen Etat, von dem er ein Blockhaus am Bogensee bauen ließ. Ursprünglich handelte es sich um ein Fertigbauhaus, das Goebbels einmal bewundert auf einer Messe betrachtet hatte, jedoch wurde das veranschlagte Budget rasch bei weitem überschritten.
„Ein Idyll der Einsamkeit“, schrieb Goebbels noch am 3. November 1936 in sein Tagebuch. „Es ist so still und verlassen hier. Man kann denken, arbeiten, in Ruhe lesen, keine Telephonanrufe und Briefe, ganz sich selbst überlassen.“ Die Idylle sollte jedoch nicht lange halten. Schließlich wollte der Minister in seinem Liebesnest auch noch gute PR machen. Dafür reichte ihm das Blockhaus schon bald nicht mehr aus. Personalgebäude nebst Garagen mussten her, zudem empfing er häufig Besucher, die er auch beherbergen musste und auch die Mitarbeiter seiner Entourage benötigten Büros und Übernachtungsmöglichkeiten. Ein teures Vergnügen. Allein das Verlegen von Stromleitungen und direkten Fernsprechverbindungen ins Ministerium in der abgeschiedenen Natur verschlang enorme Kosten. Ende Oktober 1939 wurde das neu gebaute Landhaus auf der gegenüberliegenden Seite des Bogensees dann fertig gestellt. Mit 30 Privaträumen, 40 Dienstzimmern, einem einhundert Quadratmeter großen Filmsaal am Ende des rechten Wohnflügels und 60 Telefonen.
Der Landsitz brachte dem Propagandaminister, wie erwähnt, nicht nur gute Publicity, indem er die Prominenz von Staat, Partei, Film und Presse regelmäßig einlud. Neben windigen Finanzierungs-Formen des immer teurer werdenden Baus, fielen Goebbels Seitensprünge zunehmend negativ auf. Auf dem Höhepunkt von Goebbels Affäre mit der tschechischen Schauspielerin Lida Baarova im Jahre 1938 wollte Magda Goebbels die Scheidung einreichen und Goebbels´ Staatssekretär Karl Hanke heiraten. Hitler war wenig begeistert von der Vorstellung der Auflösung der NS-Musterfamilie. Schließlich brauchte er sie für seine Propaganda. 1938 befahl er die Auflösung der Liaison von Lida Baavora mit Goebbels, der sich dann mittels eines Vertrags mit seiner Gattin versöhnte.
Nun kam auch die Geobbelsche Familie nach Lanke und nach Beginn der ersten Bombenangriffe wurden die Kinder sogar im nahe gelegenen Wandlitz eingeschult und wohnten ständig am Bogensee. Auch Goebbels suchte mehr und mehr die Ruhe am Bogensee. Schließlich bedeuteten die ständigen Bombenalarme nicht nur Gefahr für Leben und Habseligkeiten der Berliner, sondern zermürbten auch das Nervenkostüm. Die schlaflosen, da ständig durch das Rennen in den Bunker unterbrochenen Nächte machten eine konzentrierte Büroarbeit fast unmöglich. So zog sich Goebels zum Schreiben seiner Reden immer wieder in sein Haus am Bogensee, das seit Juni 1944 über einem Bunker verfügte, zurück. Auch seine berühmte Sportpalastrede („Wollt Ihr den totalen Krieg?“) vom 18. Februar 1943 ist hier entstanden.
Im Gegensatz zu den Großveranstaltungen, die der Propagandaminister in weitläufigen Hallen organisieren ließ, war sein Landsitz eher bescheiden. Auch die Häuser anderer Nazigrößen und deren Baukosten stellten Goebbels Domizil im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten. So gab es in Görings riesigen, weiter nördlicher gelegenen Anwesen Carinhall kaum einen Quadratzentimeter Wandfläche, der nicht mit geraubten Gemälden von unschätzbarem Wert behängt war. Erhalten ist von Carinhall allerdings nichts. Gegen Ende des Krieges ließ Göring sein Landhaus verminen und das Personal abrücken. Er selbst sprengte den Prunkbau mit einem Fußtritt auf den Auslöser der Sprengvorrichtung. Goebbels dagegen ließ sein Haus stehen und holte 22. April 1945 seine Familie in den Bunker der Reichskanzlei, tags zuvor hatte Göring Carinhall geräumt. Trotz zahlreicher Überredungsversuche der Mitarbeiter Goebbels und Hitlers ließ sich das Ehepaar Goebbels nicht von diesem Vorhaben abbringen, in den Trümmern der Reichshauptstadt gemeinsam mit den sechs Kindern zu sterben.
Die Rote Armee eroberte das Landhaus in fast unbeschädigtem Zustand. Schon 1945 richtete die FDJ hier eine Jugendhochschule ein. auf Nachbargrundstücken wurden seit den 50er-Jahren sukzessive weitere pompöse Bauten im stalinistischen Zuckerbäckerstil für diese Hochschule gebaut, nach der Wende versuchte man, das Areal als Hotelkomplex zu vermarkten, was allerdings misslang. Seit 1999 stehen die meisten Gebäude leer, seitdem liegt das unter Denkmalschutz stehende Gelände im Dornrösschenschlaf.
Im Goebbelschen Blockhaus sitzt heute die Berliner Forstverwaltung, das Landhaus steht leer, die Bunkerdecke wurde gesprengt. Seitdem sucht das Land Berlin vergeblich nach einem Käufer für das große Areal.
Spaziergänger verirren sich nur noch selten an diesen Ort, von dem aus sich Hass und destruktive Energie über ganz Europa verbreiteten. Und es ist still geworden um die geschichtsträchtige Stätte. Würde die die Stadt Berlin die Gebäude zu einem geringen Mietzins zur Verfügung stellen, ließe sich die räumliche Enge in den Fluren mancher Berliner Hochschulinstitute deutlich entschärfen. Denn in der Ruhe liegt vermutlich die Kraft, die es braucht, die notwendige Aufarbeitung der Geschichte zu vollziehen, um das hier Geschehene zu erfassen.
Julien Reitzenstein
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Immobilienball Wien 2008
24.5.2008 by Reitzenstein.
17. Januar 2008
Es gibt Menschen, die essen Fisch mit dem Messer. Andere essen Fischfilet a la Bordelaise von Aldi direkt aus der Aluschachtel. Mit dem Messer. Und sie trinken zum Fisch Rotwein. Aus dem Tetrapack. Die Auflösung von althergebrachten Sitten zu einem Shakespearschen „Was Ihr wollt“ ist den Einen beredtes Zeichen der Demokratisierung aller Lebensbereichen. Den Anderen ist es ein Menetekel für den Untergang des Abendlandes. Eliten zeichnen sich zumeist durch Konsequenz aus. Das gilt besonders für Österreich. Wenn Ball, dann richtig. Gewiss, der österreichische Fußball mag die die Ausnahme bestätigende Regel sein. Aber wenn es stimmt, dass Traditionen Orientierung bieten, dann erklärt dies eine erstaunliche Ambivalenz. Der Österreicher gilt als lässig und gemütlich. Der österreichische Immobilienmanager als charmant und konziliant. Aber beim einem Ball verstehen österreichische Eliten keinen Spaß. Was ein pedantischer Preuße wiederum gar nicht verstehen kann. Die Ursachen liegen tiefer: In der deutschen Kleinstaaterei waren Höfe klein und damit auch ihr Budget für Bälle. Dadurch war das Beeindruckungspotential niedriger, der Prozentsatz der Teilnehmer an der Gesamtbevölkerung höher.
Unter den Eliten des weit verzweigten Vielvölkerreichs Österreich-Ungarn war Wien an sich schon ein Magnet. Wer wirklich wichtig im Reiche war, wurde in der Hofburg zum Ball geladen. Und wer wirklich reich war, baute sich nahe der Hofburg ein eigenes Palais und versuchte mit seinen Bällen gesellschaftlich zum allerhöchsten Kaiserhaus aufzusteigen. Die Hofballorientierung von Privatbauten zeigt sich noch heute an Privatbauten, wie dem Palais Pàlffy oder dem Palais Schwarzenberg.
Am 17. Januar 2007 entstiegen den zahlreichen schweren Wagen vor der Hofburg Damen im Ballkleid und Herren im Frack. Denn ohne Frack gab es keinen Einlass. Daran hat sich seit der Kaiserzeit nichts geändert, als die Wichtigsten im Lande einen Hofburgball unter dem Ehrenschutz des Allerhöchsten Kaisers besuchten. Auch am Ehrenschutz hat sich nur wenig geändert: Drei Bundesminister –Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen, zwei Ministerpräsidenten und zwei Nationalratspräsidenten sind ein Ehrenschutz, der die Wertschätzung der Politik für die Immobilienbranche zeigten.
Warum begrüßen in Berlin Bundestagspräsident und Minister die Elite der deutschen Immobilienmanager nicht zum Ball im Schloss Bellevue? Ist im nüchternen Preußen das Tagesgeschäft wichtiger als die Ballkultur? Lohnt sich die Anschaffung eines Großen Gesellschaftsanzuges nicht? Sehen deutsche Immobilienmanager mit Zylinder albern aus? Benötigt die deutsche Immobilienbranche die Entscheider der Bundespolitik nicht? Oder kann sich die deutsche Immobilienbranche einfach nur nicht als Markfaktor der deutschen Wirtschaft bemerkbar machen? (s. Interview mit Dietmar Deffner, S. XXX)
Doch die österreichische Immobilienbranche schwelgte nicht nur in Wertschätzung seitens der Politik und der Medien, sondern auch für sich selbst. Trotz moderater Eintrittspreise von EUR 70,00 wurde kein Sparprogramm geboten. Ein hochkarätiges Programm sorgten für eine außergewöhnliche Ballnacht. Dass Stargast Gloria Gaynor hohe Gagen verlangt, ist bei Insidern bekannt. Dass sich die österreichische Immobilienbranche einen stilvollen Auftritt etwas wert ist, auch. Doch keiner der großen Namen der Branche spielte sich in der Vordergrund mit der Nennung von Sponsoringsummen. Auch die Preisträger des „Cäsar“, des wichtigsten österreichischen Immobilienpreises zeigten freundliche Verbindlichkeit und Understatement: Georg Graf von Spiegelfeld wurde als erfolgreichster Makler geehrt. In der Kategorie „Shootingstar des Jahres“ wurde kurz vor Ende der Juryentscheidung René Benko von der Signa Holding GmbH nachnominiert. Denn dieser hatte das Immobilienportfolio der angeschlagenen Bank BAWAG PSK übernommen und war so an die Spitze der österreichischen Player aufgerückt – und auch in den Kreis der Cäsar-Preisträger. Weitere Preise gingen an Christoph Kothbauer (Hausverwalter), Dr. Daniel Jelitzka (Bauträger), Mag. Michael Wurzinger MRICS (Immobilienmanager) und Komm.Rat Prof. Alfons Metzger, FRICS (Lebenswerk). Viele Immobilienmanager fragten angesichts der gelungenen Veranstaltung noch in der Nacht nach dem Termin für kommendes Jahr.
Die Cäsar-Preisträger 2008 sind:
- Hausverwalter 08: Mag. Christoph Kothbauer, online hausverwaltung
- Immobilienmanager 08: Mag. Michael Wurzinger MRICS, Constantia Privatbank
- Klein, Aber Fein 08: DI Leonhard Pertl, AP Immobilien
- Makler 08: Georg Spiegelfeld, Spiegelfeld Immobilien
- Bauträger 08: Dr. Daniel Jelitzka, Dr. Jelitzka + Partner
- Shooting Star 08: René Benko, Signa Holding GmbH
- Lebenswerk 08: Komm.Rat Prof. Alfons Metzger, FRICS, CRE, MRG Metzger Realitäten
Auszüge veröffentlicht im Immobilienmanager Magazin: www.text-kontor.de
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