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Archiv der Kategorie Reisen
At a glance - Journalismus in den U.S.A.
19.7.2008 by Reitzenstein.
Wenn deutsche Immobilienmanager nach Großbritannien kommen, sind sie oft erstaunt, welch angesehener Berufstand der Chartered Surveyor ist. Wird doch ein Makler in Deutschland landläufig nicht zu den sehr angesehen Berufen gezählt.
Ähnlich ist verhält sich das mit dem Journalismus in den USA. Hier sind die Journalisten vielleicht auch nicht so hoch geachtet wie Hochschullehrer oder Ärzte, aber sie genießen hohen Respekt. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Journalisten hier oft auch gefürchtet sind. Denn die „wir haben uns alle lieb Konsenspresse“ ist hier weniger üblich.
Investigativer Journalismus ist hier eher der Normalfall, das Abtippen von Pressemeldungen die Ausnahme. Allerdings sind auch jene, deren Taten durch investigativen Journalismus in die Öffentlichkeit kommen, wenig zimperlich in ihrem Bemühen sich zu wehren. Schnell geht es hier um sechstellige Streitwerte.
Die Redaktionen achten daher zudem weit weniger darauf, ob jemand eine journalistische Ausbildung hat. Vorrangig zählen hier drei Dinge:
Talent zum Schreiben, eine gute Reputation und einen gesunden Menschenverstand.
Die erste Voraussetzung betrifft jedoch nicht nur sprachliches Talent. Seine Zielgruppen zu kennen, den Finger am Puls der Zeit zu haben und zu spüren, was Menschen bewegt, gehört auch dazu.
Die zweite Voraussetzung hat etwas damit zu tun, dass hier investigativer Journalismus eine bedeutende wirtschaftliche Auswirkung haben kann. Es gibt in den USA nicht wenige Journalisten, die noch andere Beteiligungen besitzen – vom Restaurantbesitzer bis zum Autohauseigentümer. Allerdings fällt auf, dass dies eher Investments sind und weniger operative Tätigkeiten. Im Gegensatz zu Europa wird es hier begrüßt, wenn ein Journalist sich so auch wirtschaftlich unabhängig macht. Allerdings ist daher bei der Reputation besonders wichtig, dass es keine Urteile gab, keine Strafbefehle, Verhaftungen, Bankrotte und die wirtschaftlichen Verhältnisse geordnet sind. Denn nur so, so erklären es Amerikaner, kann sicher gegangen werden, dass Journalismus sauber und glaubwürdig ist. Ein wirtschaftlich unabhängiger Journalist der nie mit dem Gesetz in Konflikt stand, hat nämlich auch eine größere Glaubwürdigkeit, wenn er in presserechtlichen Dingen vor Gericht auftritt. Vor allem wenn er mit seinen Artikeln schwarze Schafe in die Öffentlichkeit bringt.
Zwar ist es seit Alexis’ de Toquevilles „Über die Demokratie in Amerika“ allgemein bekannt, dass Pleitiers hier erheblich einfacher eine zweite, dritte und vierte Chance bekommen. Carl Fisher, der Miami erschuf ist hier ein ebenso bekanntes Beispiel wie Donald Trump. Aber das gilt eher für Unternehmer, als für Journalisten.
In einer deutschen Metropole treibt beispielsweise in „Journalist“ sein Unwesen der sowohl als Unternehmer eine Pleite hingelegt, als auch Privatinsolvenz hinter sich hat. Er firmiert als „Chefredakteur“ –allerdings hat wohl noch kein Zeitungskiosk je eine Zeile von ihm gesehen- und kassiert auch schon mal Urteile wegen wissentlicher Falschbehauptungen, die er aus sehr eigenen Interessen verbreitete. Die Kosten des Gerichtsverfahrens oder gar Schmerzensgeld zahlt er aber nicht. Schließlich ist er Pleitier. „Ist der Ruf durch Insolvenz erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert?“ So jemand hätte in US-Redaktionen wohl kaum eine Chance.
Den Unvorbereiteten würde die Frage nach Auszügen aus Auskunfteien und polizeilichen Führungszeugnissen wohl befremden. Aber bei näherem Hinsehen sind amerikanische Kriterien an die Glaubwürdigkeit von Journalisten ebenso einleuchtend, wie das Interesse an deren wirtschaftlicher Unabhängigkeit.
Der gesunde Menschenverstand ist besondern gefragt. Die Fähigkeit, sich rasch in neue Sachfelder einzuarbeiten wird als Selbstverständlichkeit angesehen. Ebenso ein gutes Allgemeinwissen und die Fähigkeit seine Nachrichten auch im Dialog gut zu verkaufen und die publishing company zu repräsentieren.
Aber gerade im Bereich des investigativen Journalismus ist der gesunde Menschenverstand nicht nur Voraussetzung für eine gute Spürnase. Da viele der schwarzen Schafe über sehr große Ressourcen verfügen, um ihr Handeln zu verschleiern und juristische Abwehrschlachten zu führen, gilt es das Handeln zu durchschauen und vor allem gerichtsfest zu belegen. Denn gerade diese juristisch sauberen Belege sind die Grundlage für die Berichterstattung im Wirtschaftsjournalismus.
Der Umgang verschiedener Soziotope mit Journalisten ist besonders bemerkenswert. Für Teile des Establishments sind Journalisten, insbesondere Wirtschaftsjournalisten, die unerwünschte Speerspitze der Öffentlichkeit. Hier wird daher bei persönlichen Kontakten nicht an Liebenswürdigkeit gespart – bis der Journalist um die Ecke gebogen ist. Bei den „kleinen Leuten“ sind Journalisten oft noch Helden. Denn sie werden als Sprachrohr für die Interessen der Gesellschaft verstanden. In Gesprächen stellt sich dann oft heraus, dass die Politikverdrossenheit gegenüber „denen in Washington D.C.“ so groß ist, dass die Presse für viele die wahre Opposition ist.
(Journalistisches Arbeitsumfeld in Atlanta, GA - vorne die Olympische Flamme, dahinter CNN Headquarters, links davon eines der Gebäude für Spezialisten, Auslandsexperten und Zulieferredaktionen.)
Die Wertschätzung für Journalisten zeigt sich auch bei der Auswahl des Arbeitsumfeldes. So sind beispielsweise in Atlanta sowohl CNN, als auch die zahlreichen Zulieferredaktionen und Auslandsexperten unmittelbar am Olympiapark ansässig. Und das ist nicht nur eine gute Atmosphäre, sondern auch ein gutes Omen. Die olympischen Tugenden als Maßstab für journalistische Arbeit ist nicht die schlechteste aller Welten.
Herzlichst,
Ihr
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Kitty Hawk - survival of the fittest!
16.7.2008 by Reitzenstein.
Liebe Leser,
hier kommen die versprochenen Fotos aus Kitty Hawk. Der zugehörige Artikel wird hier nach der Veröffentlichung im September eingestellt.
Vor der Nordostspitze des Bundesstaates North Caronlina befindet sich eine Inselkette. Auf einer davon liegt die Gemeinde Kitty Hawk. Hier fanden Wilbur and Orville Wright, zwei Fahrradmechaniker aus Ohio, im Jahre 1902 nicht nur stetigen und gleichbleibenden Wind, sondern in den Dünen der Kill Devil Hills jene Baumfreiheit, die es ihnen ermöglichte, Versuche mit Flugdrachen und Gleitern vorzunehmen. Diese Fluggeräte bauten sie in einem Schuppen. Der daneben gelegene Schuppen diente als Sommerhaus.
Die Gleiter waren bald technisch so fortgeschritten, dass sie durch Verwindungsmechanik hervorragend manövierbar waren.
Am 17.12.1903 unternahm Orville dann einen Flugversuch mit einem Gleiter, in den die Brüder einen Vierzylindermotor einbauten. Den allerdings ohne Wasser- oder Luftkühlung, um Gewicht zu sparen.
Der erste Motorflug dauerte 12 Sekunden und überbrückte die Distanz von 37 Metern. Doch die folgenden Flüge an diesen Tag - bei denen die Brüder sich abwechselten - brachten gleich neue Langstreckenrekorde: Bei 59 Sekunden und 260 Meter war den Brüdern klar, dass ihnen eine technische Revolution geglückt war.
Heute zeigt ein Gedenkstein den Abflugort an und steinerne Marken die ersten vier Landepunkte:
Rechts im Bild der Gedenkstein.
Nach dem Besuch dieses National Monument empfiehlt sich immer ein Besuch im wenig weiter nördlich gelegenen Sea Drum Restaurant, direkt am Deich. Die frischen, gelben Thunfische und die frisch gedünsteten Krabben sind hier eine Sensation…
Im nächsten Teil geht es um den historischen Albemarle Highway nach Norfolk, VA. Dort finden sich historische britische Dörfer, die sich nicht von Wales oder Cornwall unterscheiden - außer durch bei der Anzahl der Fastfoodrestaurants.
So long,
Yours,
Reitzenstein
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Blogfotos
13.7.2008 by Reitzenstein.
Gern berücksichtige ich die geäußerten Wünsche, meine Blogbeiträge in Zukunft mit Fotos zu versehen, insbesondere von meinen Reisen, wie dem Trip am vorvergangenen Freitag nach Paris, meinen Reportagen oder meinem neuen Wirkungsfeld.
In den nächsten Tagen stelle ich einige Fotos meiner Kitty-Hawk-Reportage ein. Meine nächsten Reisen führen mich nach New York, Charlotte NC, Washington D.C. und wieder nach Norfolk, VA. Auch hiervon seien schon jetzt Fotos versprochen.
Allerdings bitte ich um Verständnis, dass die zugehörigen Artikel erst immer dann eingestellt werden, wenn diese in dem beauftragenden Magazin erschienen sind.
Bis dahin verbleibe ich mit einem herzlichen Gruße aus den USA,
Ihr
Julien Reitzensten
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Back in the U.S.A.!
30.6.2008 by Reitzenstein.
Liebe Leser,
nachdem ich mich in den letzten Wochen im Verlagsauftrag über ein neues Buchprojekt gekümmert habe und einige Reisen für den Immobilienmanager und das Immobilienmagazin in Europa unternommen habe, bin ich nun wieder zurück in Atlanta.
All jene, die mich angeschrieben haben, weil sie auf die Reihe “Die Menschen in Amerika” warteten, sei hiermit gesagt, dass die Reihe in Bälde erscheint. Begonnen wird mit Georgia.
Mit den besten Grüßen,
Julien Reitzenstein
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Real Vienna 2008 - eine Messe expandiert
27.5.2008 by Reitzenstein.
Wien, 27.05.2008
Heute eröffnete die Real Vienna 2008 ihre Tore. Die wichtigste Immobilienmesse für Österreich und CEE wächst. Der Veranstalter Reed Exhibitions zeigt sich zufrieden. In den nächsten Tagen erhalten Sie von mir regelmäßige Updates über Trends, Fakten und Köpfe über die Veranstaltung auf dem Wiener Messegelände.
Mit besten Grüßen von der Donau,
Ihr Julien Reitzenstein
Geschrieben in Reisen, Real Estate | Keine Kommentare »
Über die Menschen in Amerika! Teil 1
26.5.2008 by Reitzenstein.
Lieber Leser!
“Über die Demokratie in Amerika” von Alexis de Toqueville ist ein Klassiker. Das Buch ist Schlüssel zum Verständnis der USA und ihren Bewohnern. Nur ist es beinahe 150 Jahre als und aktueller denn je. Was Toqueville an Entwicklung nur vorausgeahnt hat, ist nun Wirklichkeit. Auf einer Recherchereise über die Folgen der Subprimekrise im Süden der USA bin ich immer wieder auf Phänomene gestoßen, die schon der große Franzose beschrieb.
Darum finden Sie hier in Fortsetzungen meine Reisebeschreibung über den Süden der USA, die Rednecks, meine Zeit am Gründungsort des KuKluxKlan Stone Mountain, die Lage an der Küste und den ganz normalen Wahnsinn bei den liebenswerten Bürgern einer Supermacht.
Mit herzlichen Grüßen aus Savannah, Georgia,
Ihr Julien Reitzenstein
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Recon auf Hochtouren - Viva Las Vegas
20.5.2008 by Reitzenstein.
20.05.2008 Las Vegas
Die weltgrößte Immobilienmesse, die Recon Las Vegas 2008, sprengte wieder alle Rekorde. Während in Europa Katerstimmung wegen der Subprimekrise in den USA herrscht und Diskussionen über faule Immobilienkredite noch immer die Schlagzeilen bevölkern, herrscht am amerikanischen Markt Aufbruchstimmung. “Shit happens - but it won’t get better, if we stop increasing new business!”, kommentierte ein US-Immobilienmanager gegenüber dem Autor. Der Schwerpunkt der Recon liegt im Bereich Retail. Und die Konsumstimmung wurde als prächtig bezeichnet.
50.000 Teilnehmer aus aller Welt verhandelten in dichter Taktfolge konkrete Geschäfte - darunter allerdings nur 24 Deutsche. Große Beachtung fand hier jedoch das von Wolf-Jochen Schulte-Hillen moderierte Panel.
Weitere Einzelheiten, Hintergrundinformationen und Neuigkeiten vom Retailmarkt lesen im Bericht zur Veranstaltung in der nächsten Ausgabe des Immobilienmanager.
Viva Las Vegas! - wünscht Ihr Julien Reitzenstein
Geschrieben in Reisen, Real Estate | Keine Kommentare »
Nachlese - GRI World Summit London 2008
8.5.2008 by Reitzenstein.
London, 07.05.2008
Das Jahrestreffen des Global Real Estate Institute in London ging mit positiver Grundstimmung zu Ende. Zwar lagen die Interessenschwerpunkte der Teilnehmer unerfreulicherweise nur bedingt auf dem deutschen Markt. Märkte wie Indien oder CEE erfreuten sich lebhafterer Betrachtung. Trotz geringer deutscher Präsenz war die Grundstimmung jedoch positiv.
Insbesondere beim Private Board Dinner zeigten sowohl die Veranstalter um Chairman Henri Alster, als auch zahlreiche Boardmember eine positive Zukunftssicht, allerdings mit anderen, der Subprimecrisis geschuldeten Strategien. Da zum Dinner üblicherweise keine Pressevertreter eingeladen werden, war es dem Autor durch seine Teilnahme möglich, eine Sicht auf die Netzwerke zu erlangen, die Ungewöhnliches zeigte.
Der Bericht zum GRI World Summit 2008 wird in Bälde veröffentlicht und anschließend auch hier publiziert.
Mit besten Grüßen,
Ihr Julien Reitzenstein
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