- Hotel (2)
- Personalia (7)
- Politische Betrachtungen (10)
- Real Estate (23)
- Reisen (8)
- Reisetipps (3)
- Savoir Vivre (13)
- Über diesen Blog (1)
- 9.1.2011: Wissen ohne Wissenschaft?
- 25.5.2010: Mehrwertsteuer: Präzision versus Populismus
- 4.2.2010: Quo Vadis Germania?
- 5.1.2010: Mr. Bean EU-Präsident?
- 3.1.2010: LVZ: Alte Strickwarenfabrik zieht Kreative an
- 2.1.2010: Spiegel Online: Im Mauseloch der Angst
- 31.12.2009: Recht haben und Recht bekommen - Teil II
- 31.12.2009: Recht haben und Recht bekommen - Teil I
- 29.12.2009: Neues Leben in der Alten Strickfabrik in Leipzig
- 23.12.2009: Die Jagd nach Eleganz
Blogroll
Uncategorized
Wissen ohne Wissenschaft?
Einer der Grundsätze der Chipindustrie ist Moore’s law. In diesem Zusammenhang bemerkte Gordon Moore: „Wäre die Entwicklung in der Automobilindustrie so schnell wie in der Halbleiterindustrie vorangeschritten, würde ein Rolls Royce mit fünf Litern Benzin eine Million Kilometer weit fahren. Und es wäre billiger, ihn wegzuwerfen, als ihn zu parken.”
Dies war zunächst auf die technischen Entwicklungsmöglichkeiten gemünzt. Schaut man sich jedoch an, welche Innovationserfordernisse verschiedenste Branchen in letzten Jahren bewegen – und bewegen müssen – zeigt sich, dass sehr genau geschaut wird, was der Kunde und Nutzer erwartet und wie dieser Erwartung möglichst effizient entsprochen werden kann.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Innovationen die Immobilienindustrie in den letzten Jahren hervorgebracht hat, um ihre Zukunftsfähigkeit zu optimieren – und welcher Zweig der Branche hier wie reüssierte.
Zur Erinnerung: Es war ein Blindflug im Umgang mit den ökonomischen Gesetzmäßigkeiten von Immobilien, die die westliche Welt in die verheerendste Krise seit dem II. Weltkrieg rutschen ließ. Und gleiches geschieht dieser Tage asiatischen Raum erneut.
Daraus ergibt sich, dass es derzeit fünf Gruppen am Immobilienmarkt gibt: Nutzer, Eigentümer, Hersteller, Berater – und den haftenden Steuerzahler, vertreten durch seine parlamentarischen Vertreter oder den neuen Typus des Wutbürger-Mobs. Sie alle haben entweder Interesse oder sogar die Notwendigkeit, auf evidenzbasierter Grundlage sichere Prognosen als Voraussetzung für Entscheidungen zu haben. Wenngleich das Interesse an Transparenz für jede Gruppe anders ist, bestehen die Entscheidungsgrundlagen oft noch aus Bauchgefühl und Erinnerungsabgleichungen mit Erfahrungen. Zudem gibt es die aus laufenden Geschäftszahlen und Marktbeobachtungen einzelner Unternehmen entstehende Marktreports ohne wissenschaftlichen Versuchsaufbau.
Es zeigt sich bei genauer Betrachtung, dass die wissenschaftsbasierte Grundlagenforschung nur sehr partiell existiert. Daraus folgt, dass es einer business-neutralen, allgemein anerkannten Ausgangsbasis für die gesamte Breite der Immobilienindustrie fehlt. Wer jedoch soll die Kosten für Erkenntnisschaffung tragen, von der der gesamte Markt profitiert und letztlich auch die Volkswirtschaft. Einerseits ist dies gewiss Aufgabe von Bildungspolitik. Allerdings ist hier eine Lobby der Immobilienindustrie auf Landesebene allenfalls in homöopathischen Dosen bemerkbar. Folglich bleibt nur der Weg, dass die Mitglieder ihre Interessenvertretungen in dieser Richtung motivieren und zudem eigene Wissenschaftsförderung gestalten, die so attraktiv ist, dass die Studenten dort hohen Zulauf verursachen und am Ende der Markt den Wissensmarkt regelt.
Da es erfreulicherweise immer mehr Immobilienunternehmen gibt, die ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden, sei gewünscht, dass auch Wissenschaftsförderung zum Nutzen der Branche und zur Ausbildung kommender Generationen in diesem Zusammenhang als lohnendes Engagement identifiziert wird.
Antwort schreiben
Sie müssen als angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.